Der ausgezeichnete Weg

Kunst des Erlebens und Gestaltens in der schöpferischen Arbeit an sich selbst im grafischen Ausdruck

Der grafische Ausdruck bietet wesentliche Hilfe bei der Selbsterkenntnis, auf dem Weg zur Individuation. Er zielt auf das Entbinden und Sichtbarmachen wissender, schöpferischer Kräfte die in jedem Menschen angelegt sind. Ihr Freiwerden und der Dialog mit ihnen im Vorgang des Zeichnens vertiefen und beschleunigen den individuellen Werdeprozess. Der von innen her geführte grafische Ausdruck als Zeichen-Setzung aktiviert die Quellgründe des Wesens und seines tiefen Wissens.

     

Das Zeichenblatt ist leerer Raum in dem die eigene Werde-Wirklichkeit geschieht, anschaulich wird. Auf diese Weise sind die Zeichnungen Überbringer und objektive Zeugen jenes weisheitsvollen Schöpfungsplanes auf den ein jeder, auf seine individuelle Weise, angelegt ist. Also geht es beim grafischen Ausdruck vor allem um die Öffnung zum individuell um uns wissenden schöpferischen Urgrund. Diese Erfahrung ist evident. Erkannt wird ob die eigene Entwicklung regressiv oder progressiv verläuft. Lebenshemmnisse und neue Lebensbewegungen zeichnen sich ab und hinterlassen deutliche Spuren auf dem weißen Blatt. Wer sich so seiner bewusst wird stellt sich der Chance sein Schicksal zu gestalten, so gut er kann. Selbst in hochdynamischen Erlebenslagen entwickeln sich im grafischen Ausdruck ungeahnte Form- und Ausdruckskräfte die ausgleichend auf das Gemüt zurückwirken. Die grafischen Gebilde erreichen oft eine auch ästhetisch und künstlerisch gültige Dimension. Doch kommt es nicht so sehr darauf an, was an Ergebnis dabei heraus kommt, sondern auch was an Erkenntnis und Erfahrung für den Zeichnenden dabei herein kommt. 

In psychologischer Hinsicht hat der Zeichnende bei Anwendung dieser Methode an seinem inneren Fortschritt wie an der Gewinnung neuer Einsichten selbsttätigen Anteil. Bald ergibt sich aus dem Wiederholen des Zeichensetzens, dass die entstehenden grafischen Gebilde auf bedeutsame Aspekte und Möglichkeiten der jeweiligen Lebenssituation aufmerksam machen. Wer in dieser Weise zu zeichnen übt nimmt sich ins kultische Exerzitium und erfährt sich auf einem aus-gezeichneten Weg!

Aus der Zeichenwerkstatt

Grundsätzlich wird mit geschlossenen Augen gezeichnet. Beispiele universaler Schöpfungsformeln:

SchaleArkadeKreisEllipseWellenlinie
SchwüngeSpiraleLinieKreuzAcht
LemniskatePfeilQuadratRechteckPunkt
PyramideDiagonaleOvalTrapezRaute
ZackenMäanderMandala

Grafischer Ausdruck und das hinzu geschriebene Wort

Der grafische Ausdruck wird erweitert durch Assoziationen, Einsichten und Ahnungen. Diese werden den grafischen Gebilden hinzu gefügt. Das dazu Schreiben von Assoziationen, Einsichten und Ahnungen gibt der manchmal verwirrenden Vielfalt von Eindrücken, die von einem grafischen Gebilde ausgehen können Fokus, Struktur und Gestalt. Manchmal werden Farbakzente, mit geöffneten Augen, hinzugefügt. 

     

Hinweis

Alle gezeigten Zeichnungen und Zeichenprozesse entstanden in Einzelstunden und Workshops. Die in den grafischen Gebilden anklingende Thematik wird je nach individueller Situation

  • in die Anschauung und ins sondierende Gespräch genommen
  • verkörpert
  • lyrisch erfasst
  • psychodramatisch bearbeitet

Übungsformen

  • Einzelstunden
  • Workshops

Schöpfungsformeln / Urgebärden

Ei

        

      

    

    

     

      

        

Hochdynamische Erlebenslagen

       

Quadrat

      

Spirale

      

Fotos: Gianni Sarto